Gesamtschule Globus am Dellplatz

Städtische Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe

Category: Schule ohne Rassismus (page 1 of 3)

Mit Humor und Sachverstand gegen Hass und Drohungen aus dem Internet

Hasnain Kazim liest an der Gesamtschule Globus am Dellplatz aus seinem neuesten Buch

Hasnain Kazim

Der aus den Medien bekannte Autor und ehemalige Spiegel-Reporter Hasnain Kazim stellte Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgangstufen 10 und 12 im Rahmen einer Lesung sein neuestes Buch „Auf sie mit Gebrüll“ vor und ermunterte seine Zuhörer zu couragierter Teilnahme am öffentlichen Diskurs.

„Salam aleikum“. Mit diesem Gruß brach Kazim gleich zu Beginn seines Vortrags das Eis und seine Zuhörer, deren Eltern aus mehr als zwei Dutzend Ländern rund um den Globus stammen, dankten es ihm mit Interesse und Aufmerksamkeit.

mehr

Hasnain Kazim liest aus seinem neuen Buch „Auf sie mit Gebrüll“

Die Schulgemeinde der Gesamtschule Globus am Dellplatz freut sich auf den Besuch eines besonderen Gasts: Am 3. September 2021 kommt der bekannte Journalist und Publizist Hasnain Kazim zu uns in die Gesamtschule Globus am Dellplatz und wird aus seinem neuesten Buch „Auf sie mit Gebrüll“ lesen.

Zur Person

Hasnain Kazim wurde als Sohn indisch-pakistanischer Eltern in Oldenburg geboren, war zunächst Marineoffizier und arbeitete später als Journalist u.a. für das Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Für den „Spiegel“ war er zunächst Südostasienkorrespondent, später in derselben Funktion in der Türkei.

Seine kritische Berichterstattung über den Demokratieabbau unter der Regierung Erdogan brachte ihm erheblichen Ärger mit den dortigen Behörden ein, so dass er 2016 seine Arbeit als Journalist in der Türkei beenden musste. Heute lebt Hasnain Kazim als freier Autor in Wien.

Zum Werk

Bekannt wurde Hasnain Kazim u.a. mit seinen Büchern „Plötzlich Pakistan“ und seinem Erdogan kritischen Bericht „Krisenstaat Türkei“.

In seinem neuesten Werk „Auf sie mit Gebrüll“ plädiert Kazim mit Humor und kritischem Verstand für eine vernunftgesprägte öffentliche Debattenkultur und gibt konkrete Anleitungen, wie man mit Hass und Unvernunft im lauten Medienstreit umgehen kann.

(Informationsquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hasnain_Kazim, Seitenaufruf 24.8.2021, 10.00 Uhr)

Zu unserer Veranstaltung

Hasnain Kazim wird vor Schülerinnen und Schülern aus der 10. Jahrgangsstufe und der Oberstufe aus seinem Buch vorlesen und im Anschluss daran seinen Zuhörern die Gelegenheit zu Fragen und kritischen Anregungen geben.

Wir freuen uns auf Hasnain Kazim,

Erhard Schoppengerd, Schulleiter

Anne-Frank-Tag an der Gesamtschule Globus am Dellplatz

Die achtzehn Schüler:innen des DAZ-Z (internationale Vorbereitungsklasse) der Gesamtschule Globus am Dellplatz haben das Tagebuch der Anne Frank im Deutschunterricht gelesen und den historischen Kontext erarbeitet.

Dabei entstanden im Kunstunterricht von den Schüler:innen gemalte Bilder von Anne Frank (siehe unten: Beispielbild) und eine Zusammenfassung des Tagebuchs als Tonaufnahme, die sich alle Schüler:innen der Schule über einen QR-Code anhören konnten. Die Tonaufnahme findet man auf Instagram unter ge_globus .

Das Projekt endete am 18.06.2021 mit dem Besuch von Frau Eroshina von „Zweitzeugen e.V.“ (https://zweitzeugen.de/), die in zwei Workshops als Zweitzeugin die Geschichte von Erna de Vries (siehe Bild) erzählte. Die Jüdin überlebte den Holocaust/die Shoah als junges Mädchen. Am Ende des Workshops durften die Schüler:innen der Zeitzeug:in, die inzwischen 96 Jahre alt ist, einen Brief schreiben.

Unsere Schule hat sich sehr gefreut, dass die Zweitzeug:innen-Workshops durch Mittel der Antisemitismusbeauftragten des Landes NRW (Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger) und durch die Haniel-Stiftung gefördert wurden.

Bericht Mona Latos, Juni 2021

Anne Frank, Schülerbild

Erna de Vries

Zweitzeugen besuchen die Gesamtschule Globus am Dellplatz in Duisburg

Lebendige Erinnerungen an ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte
Zweitzeugen besuchen die Gesamtschule Globus am Dellplatz in Duisburg
von Ingo Grau
Duisburg, im März 2021

Im Rahmen einer Themenwoche im Fach Geschichte erinnerten Ksenia Eroshina und Vanessa Eisenhardt vom gemeinnützigen Verein „Zweitzeugen“ an das Schicksal überlebender Opfer nationalsozialistischer Vernichtungspolitik.

Geschichte möglichst lebendig und nachvollziehbar zu machen ist eines der Ziele der Themenwoche Geschichte, die alljährlich in der Jahrgangsstufe 10 an der Gesamtschule Globus am Dellplatz stattfindet. Besonders spannend wird es natürlich, wenn Zeitzeugen unmittelbar aus ihrem eigenen Erleben Geschichte wiederbeleben können. Gerade in Bezug auf das Thema „Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus“ ist das aber heute nahezu unmöglich, da Überlebende des Holocaust heute hoch in den Neunzigern oder bereits verstorben sind.

An dieser Stelle setzt die Arbeit von „Zweitzeugen e.V.“ ein. Junge Freiwillige, zumeist Studentinnen und Studenten, sammeln und dokumentieren die Erinnerungen von Zeitzeugen und geben diese Eindrücke an Schüler*innen weiter. Dabei geben sie kein Bücherwissen weiter, sondern berichten in der Schule von ihren persönlichen Begegnungen mit Menschen, die das Grauen der antisemitischen Verfolgungen in der Zeit des Nationalsozialismus erlebt und überlebt haben. Dadurch entsteht ein spannendes und facettenreiches Bild unvorstellbarer Gewalt, aber auch ein lebendiger Eindruck, wie Menschen, nachdem sie die Hölle von Auschwitz oder anderen Lagern überlebt hatten, weiterleben konnten.

Bereits zum dritten Mal war das Zweitzeugen-Projekt in diesem Jahr zu Gast an unserer Schule, wobei die Veranstaltung 2021 ganz im Zeichen von Corona stand. Nach einer umfangreichen Korrespondenz im Vorfeld und der Absprache des inzwischen obligatorischen Hygienekonzepts waren wir froh, Frau Eisenhardt und Frau Eroshina am 22.3.2021 endlich bei uns begrüßen zu können. An drei aufeinander folgenden Tagen (22.3.-24.3.2021) führten die beiden Referentinnen insgesamt 10 dreistündige Workshops mit ca. 125 Schülerinnen und Schülern durch, eine auch physisch anspruchsvolle Herausforderungen, die die beiden Projektleiterinnen aber bravourös meisterten.

Dass sich dieser Einsatz gelohnt hat, zeigte die Reaktion der Schüler*innen. Ganz überwiegend verfolgten sie das Geschehen mit großem Interesse und beteiligten sich mit Fragen, die verdeutlichten, dass gerade die unmittelbare Begegnung mit dem Schicksal realer Menschen Betroffenheit und Anteilnahme erzeugten. Gerade dass Frau Eisenhardt und Frau Eroshina „ihre Zeitzeugen“ noch selber besuchen und interviewen konnten und von diesen persönlichen Treffen lebendig und eindrucksvoll zu berichten verstanden, beeindruckte die Schüler*innen sehr und bewies, dass das Bewahren persönlicher Eindrücke und Erinnerungen der Zeitzeugen auch in der Vermittlung durch die Zweitzeugen höchst beeindruckend wirkt. Dabei konnten die Schüler*innen ihren Zeitzeugen eben nicht nur als Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns, sondern als Menschen kennenlernen, der natürlich auch ein ganz normales Leben vor der Zeit der Verfolgung hatte und deren „Nachleben“ von Tragik, aber auch von ganz persönlicher Stärke und Individualität Zeugnis ablegte.

Podcast von Christian Kosfeld
Das Projekt „Zweitzeugen besuchen die Gesamtschule Globus am Dellplatz“ ist in einem Podcast dokumentiert, den der Medienprofi Christian Kosfeld gemeinsam mit 5 SchülerInnen erarbeitet hat.
Kosfeld und seine Mitstreiter interviewten zahlreiche mitwirkende SchülerInnen und LehrerInnen, aber auch die beiden Referentinnen, Ksenia Eroshina und Vanessa Eisenhardt von Zweitzeugen e.V., kommen ausführlich zu Worte. So ist ein vielseitiges und spannendes Tondokument entstanden, das vor allem die Mitarbeit und die Sicht der SchülerInnen zu Gehör bringt.
Christian Kosfeld ist studierter Musiker und Musikwissenschaftler. Bekannt wurde er einer größeren Öffentlichkeit u.a. durch seine regelmäßigen Beiträge zur WDR-Hörfunkreihe „Zeitzeichen“.
Wer gerne selber einmal „reinhören” möchte: Den ganzen Podcast findet ihr unter

So berichtete Vanessa Eisenhardt zum Beispiel von der beeindruckenden Vita von Siegmund Pluznik, der mit Mut und Tatkraft der Verfolgung durch die Nazis entging und in seinem langen Leben Dokumente und Fakten aus dem Leben jüdischer Widerstandskämpfer sammelte, um ihr Wirken vor dem Vergessen zu bewahren (s. Informationskasten).

Auch methodisch gingen die Referentinnen sehr professionell auf die Bedürfnisse der Schüler*innen ein. Das vielfältige Material, das u.a. auch Fotos und kleine Filmsequenzen mit Interviewausschnitten umfasste, erreichte die Zehntklässler emotional wie auch rational. Besonders nachdem die Zeitzeugen in den Interviews von der Freude berichtet hatten, mit der sie immer wieder die Reaktionen der Schüler*innen aufnehmen, waren auch unsere Schüler besonders motiviert, sich in kleinen Briefen mit ihren Gefühlen und Gedanken unmittelbar an ihren Zeitzeugen zu wenden.

Nach drei spannenden Tagen dürfen wir auch in diesem Jahr eine überaus erfreuliche Bilanz des Zweitzeuginnen-Besuchs an der Gesamtschule Globus am Dellplatz ziehen. Dass das notwendige Erinnern an die Folgen von Antisemitismus und Rassenwahn auch junge Menschen 75 Jahre nach Auschwitz erreicht, dafür haben Frau Eisenhardt und Frau Eroshina von den Zweitzeugen mit ihrem Engagement und ihrer hohen fachlichen Qualifikation gesorgt. Menschen können besonders vom authentisch vermittelten Schicksal anderer Menschen lernen. Insofern hat die äußerst positive Reaktion unserer Zehntklässler in diesem Jahr die Wirksamkeit des Zweitzeugen-Konzepts eindrucksvoll bewiesen.

Wir danken Frau Eisenhardt und Frau Eroshina ganz herzlich und freuen uns auf eine Neuauflage des Projekts im nächsten Jahr.

Gute Ideen brauchen natürlich Unterstützung, und so sind wir als Schule dankbar, dass die Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW, Frau Leutheusser-Schnarrenberger, sowie die Haniel-Stiftung Duisburg die diesjährigen Zweitzeugen*innen-Workshops an unserer Schule mit ihren Mitteln finanziell unterstützt hat.

Ingo Grau
Abteilungsleiter für die Jahrgänge 8-10 an der Gesamtschule Globus am Dellplatz und Projektkoordinator

Siegmund Pluznik
Geboren im Jahre 1924 in Bedzin (Polen) in der Nähe der deutschen Grenze nahm Siegmund Pluznik schon früh die Gefahr durch die deutschen Besatzer wahr, die 1939 seine Heimat überfallen und besetzt hatten. Gemeinsam mit einigen Freunden entzog er sich der Verfolgung durch die Nazis-Häscher in einer abenteuerlichen Flucht durch ganz Osteuropa, die ihn schließlich über Rumänien und Istanbul nach Palästina führte. Immer wieder gelang es Siegmund und seinen Begleitern durch Mut, Geistesgegenwart und Tatkraft, ihre Freiheit zu bewahren. Und da, wo die Lage scheinbar aussichtslos wurde, erfuhren die Freunde unerwartete Hilfe von gänzlich Unbekannten.
Im 1948 gegründeten Israel lebte Pluznik einige Zeit in einem Kibbuz, bevor ihn das Schicksal ausgerechnet nach Deutschland, ins Land der Täter, führte, wo er seine große Liebe fand und nach einem ereignisreichen Leben im Jahr 2015 im hohen Alter von 91 Jahren verstarb.
Vgl. https://zweitzeugen.de/siegmund-pluznik-2/ Seitenaufruf am 22.4.2021

Judenfeindlichkeit noch heute ein Thema?

Globus-Schüler diskutieren mit Experten über zunehmenden Antisemitismus

Antisemitismus 75 Jahre nach Auschwitz wirklich noch ein Thema? Und das auch noch unter jungen Leuten, die selber, ja deren Eltern und Großeltern gar nicht mehr in irgendeiner Weise persönlich betroffen sind?

Dieser schwierigen Frage stellten sich SchülerInnen der Gesamtschule Globus am Dellplatz in Duisburg im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion.

mehr
Older posts